Presse

Schwarzwälder Post, Freitag/Samstag, 24./25. Juli 2015

Nach 101 Kilometern sowie 6700 Höhenmetern:
Christel Kornmayer beim Eiger-Ultra-Trail als Erste im Ziel

Zell a.H. (as). Am 18. Und 19. Juli feierte Grindelwald den 3. Eiger-Ultra-Trail. Mit den Etappenorten Grosse Scheidegg, First, Berghotel Faulhorn, Schynige Platte, Wengen, Männlichen, Kleine Scheidegg und der Traverse unter der Eiger Nordwand wird bei diesem Event ein einmaliges Bergambiente geboten.
Mit 101 Kilometern sowie 6700 Höhenmetern gilt die Strecke E101 als harte Prüfung für jeden Trail-Running-Teilnehmer. Der erste Startschuss fällt früh am Samstag um 4:30 Uhr, die ersten knapp zwei Stunden müssen die Läufer im Dunkeln absolvieren, weshalb zwei funktionstüchtige Stirnlampen zum vorgeschriebenen Equipment gehören. Bei den meisten der Läufer kommen die Lampen am Abend erneut zum Einsatz, denn nur etwa ein Drittel von ihnen wird vor Einbruch der Dunkelheit im Ziel sein.
Insgesamt stehen 26 Laufstunden zur Verfügung. Nicht weniger als 500 Helfer und Volontäre sorgten für einen geregelten Ablauf und verteilten tonnenweise Obst, Suppe und Getränke, darunter besonders beliebt der heimische Käse. Um den Versorgungsstand auf dem Faulhorn-Gipfel ausreichend auszustatten, wurden zwanzig Zentner Lebensmittel durch einen Helikopter auf den Gipfel transportiert.
Erschwert wurde der diesjährige Lauf dadurch, dass es gegen 21 Uhr zu Blitzen und Donnern begann. Da zu diesem Zeitpunkt erst ein Drittel der 101-km-Läufern im Ziel war, unterbrach das Orgateam das Rennen für alle Läufer, die sich noch zwischen Männlichen und Pfingstegg befanden. Sie mussten an den nächstgelegenen Kontrollstellen warten, während die schon näher am Ziel befindlichen Teilnehmer das Rennen gefahrlos finishen konnten. Nach zweieinviertel Stunden konnte das Rennen für die betroffenen Läufer fortgesetzt werden, allerdings auf einer verkürzten Route. Sie kamen nicht in die Gesamtwertung, erhielten aber eine separate Aufstellung ihrer Zeiten. Für dieses vorbildliche Sicherheitskonzept erhielten die Veranstalter durchweg sehr viel Lob von den Teilnehmern, auch wenn nicht jedem das Stillsitzen am Versorgungspunkt leicht gefallen sein dürfte.
Betroffen von dieser Maßnahme war auch die routinierte Läufern Christel Kornmayer aus Zell a.H., die seit Jahren für die LG Brandenkopf startet. Zwei Tage nach dem Lauf berichtet sie: »Es war mein bisher härtestes und auch schönstes Rennen. Das Wetter war bis zum Gewitter am Abend gut, beim Aufstieg auf den Männlichen jedoch sehr schwül mit hohen Temperaturen. Die Sonne hat da richtig reingebrannt und einige Läufer blieben auf diesem Anstieg erschöpft liegen. Meine protokollierte Endzeit ist 20:58.01 Std. Bedingt durch die Unterbrechung wurden nur die Läufer, die bis zum Stopp bereits auf der Kleinen Scheidegg angekommen waren, in die reguläre Wertung aufgenommen. Die langsameren Läufer wurden separat in einer Rangliste geführt. So auch meine vier Konkurrentinnen. Bei so einem internationalen Event ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen, war mich sehr emotional. Tatsächlich bin ich 18:58 Std. gelaufen. Die zwei Stunden Rennpause haben die Veranstalter mitgerechnet, da nach dem Gewitter die Streckenführung geändert wurde. Allerdings deckt sich diese Zeit ungefähr mit der Zeit, die ich benötigt hätte für die fehlenden 10 km und 600 HM. Nun freue ich mich auf die Regeneration. Falls diese gut verläuft, werde ich beim TrailRrun 21 in Zell am Harmersbach im Oktober an den Start gehen.«


Christel Kornmayer aus Zell a.H. kam beim Eiger-Ultra-Trail in ihrer Altersklasse als Erste ins Ziel.
                                                                                                               Foto: privat


zurück
__________________________________________________________________________