Presse

Schwarzwälder Post, Montag, 5. Oktober 2015

Rosi Knäble wurde beim Berlin Marathon Zweite ihrer Altersklasse
Zieleinlauf durch das Brandenburger Tor war für das Trio der LG Brandenkopf ein emotionales Erlebnis

Zell-Unterharmersbach (as). »Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin« hieß es am vorletzten Wochenende für drei Athleten der LG Brandenkopf. Während es bei dem berühmten Hauptstadt-Marathon für Rosi Knäble und Bernd Ehrhardt um möglichst gute Zeiten ging, war David Mild als Pacemaker engagiert worden.
Traditionell findet am letzten Sonntag im Monat September in Berlin einer der weltweit größten Marathons statt. »Der schnellste Marathon der Welt« wird das Event von den Organisatoren auch gerne angepriesen. Über 41.000 Läufer aus 131 Nationen standen in diesem Jahr auf der offiziellen Teilnehmerliste.
Um überhaupt dort zu erscheinen, bedarf es jedoch eines längeren Vorlaufs. Bedingt durch das Rieseninteresse von jährlich rund 100.000 Läufern, die am Berlin Marathon teilnehmen wollen, wurde schon vor Jahren ein Losverfahren eingeführt, aus dem dann die »glücklichen« Teilnehmer ausgewählt werden. Umgehen kann man dieses Procedere nur, wenn man eine definierte Qualifikationszeit vorweisen kann. Diese Möglichkeit nutzte auch Rosi Knäble von der LG Brandenkopf, resultierend aus dem letzten flachen Marathon in München im Jahr 2013.
So stand Rosi Knäble am Sonntagmorgen mit den Vereinskollegen David Mild und Bernd Ehrhardt erwartungsvoll im Startbereich zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule. Nach ihrer verletzungsbedingten Auszeit von über acht Monaten war für den Hauptstadtmarathon das Ziel von vorneherein realistisch etwas niedriger als gewöhnlich angesetzt worden. »So um drei Stunden und 30 Minuten wäre schon super«, äußerte sich die Läuferin aus Niederschopfheim vor dem Lauf.
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Beste Wettervoraussetzungen
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Um die zehn Grad, kaum Wind und Sonnenschein boten dann auch die besten Voraussetzungen, als sie zusammen mit Bernd Ehrhardt kurz nach 9 Uhr die Startlinie überschritt. Bis Kilometer 28 konnte das Duo auch das in unzähligen Trainingsläufen geübte Tempo beibehalten. Die erfahrene Läuferin behielt das Tempo konstant bei und erreichte nach 3:29:55 Std. das Ziel nach dem Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni. Mit diesem Ergebnis belegte sie nach einer Amerikanerin und vor einer Läuferin aus Norwegen den zweiten Platz in ihrer Altersklasse.
»Die letzten 1200 Meter waren schon sehr hart und ich bin froh, dass ich ohne Krämpfe durchgekommen bin. Bei jedem Marathon sind halt 41,195 km zu bewältigen«, äußerte sich Rosi Knäble im Ziel. Bernd Ehrhardt folgte dann nach 3:37:35 Stunden und erreichte damit immerhin noch Platz 92 bei über 1000 Läufern der Altersklasse 60. »Als mich die Pacer für 3:30 Std. Zielzeit bei Kilometer 35 überholten, war mir endgültig bewusst, dass es heute nicht für eine Zeit un-ter 3:30 reichen wird, da diese auch noch später gestartet waren. So habe ich bewusst das Tempo rausgenommen, um noch etwas die Atmosphäre der Großstadt aufzunehmen. Es wurde allerdings schon noch bissig für mich und dies schon relativ früh«, sagte Bernd Ehrhardt einige Stunden nach dem Finish.
Ein kleines Schmankerl für die Läufer der LG Brandenkopf hatte es am Vortag auf der Marathonmesse gegeben, als mit dem früheren Weltklasse-Läufer und 15-maligen Deutschen Meister Herbert Steffny noch kurz die Laufstrategie durchgesprochen wurde. Der heutige Diplombiologe und Laufexperte bietet seit Jahren die Vorlagen für die Trainingspläne, nach denen die beiden ihre bisher rund 60 Marathonläufe vorbereiteten.
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David Mild machte Tempo
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Selbst für Spitzenläufer ungewöhnlich war die Leistung von David Mild, der eine Woche nach seinem dritten Platz beim Baden Marathon in Karlsruhe für den Berlin Marathon für die Zielzeit drei Stunden als Pacemaker - also als Tempomacher oder auch »Zugläufer« - engagiert worden war. Tiptop seine 2:59 Stunden für die rund 60 Läufer, die ihn über die volle Distanz begleiteten. Milds Eindrücke aus Berlin: »Es war ein super Erlebnis, wenn ich auch die kleinen Veranstaltungen schöner finde. Die Stimmung war über 42 Kilomater grandios, auch das 'Abhängen' vor dem Reichstagsgebäude nach dem Lauf war ein Erlebnis für mich. Es war auch für mich sehr hart, besonders am Schluss. Ich spüre den letzten Sonntag immer noch in den Knochen.«

Bernd Ehrhardt, Rosi Knäble und David Mild - Berlin-Marathon 2015
Die LG Brandenkopf-Athleten strahlten vor dem Reichstag mit der Sonne um die Wette (von links): Bernd Ehrhardt, Rosi Knäble und David Mild starteten am vorletzten Sonntag beim Berlin Marathon.
                                                                                                                 Foto: privat


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